Ohrenschmerzen durch Wind und Kälte: Ursachen, Linderung und Vorbeugung

Nach dem heißen Sommer ist der Herbst gekommen – und mit ihm kühle Morgen und Abende und windiges Wetter. Das ist toll zum Drachensteigen, unseren Ohren tut es aber nicht besonders gut. Die Kombination aus Wind und Kälte kann ganz schön zusetzen, vor allem wenn Sie einen Großteil des Tages draußen verbracht haben – ob beim Spaziergang, bei der Arbeit oder beim Sport. Was machen Wind und Kälte eigentlich mit unseren Ohren? Wie schützt man die Ohren wirksam vor Wind und was hilft gegen Schmerzen im „erkälteten“ Ohr?

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Warum verursachen Wind und Kälte Ohrenschmerzen?

Die einen lieben Wind, die anderen hassen ihn. Fest steht jedenfalls: Starker Wind, besonders im Herbst und Winter, kann unseren Ohren ordentlich zu schaffen machen. Ohrenschmerzen durch Wind oder Kälte können bei Erwachsenen und Kindern auftreten. Was steckt dahinter? Hier die möglichen Ursachen, geordnet nach Schweregrad:

  • Reaktion von Gefäßen und Nerven – Auf schnelle Temperaturwechsel reagieren unsere Blutgefäße, indem sie sich zusammenziehen und wieder weiten. Die Ohrmuschel ist nur von einer dünnen Hautschicht bedeckt und daher sehr empfindlich. Schnelle Veränderungen der Durchblutung und die Einwirkung von Wind oder Kälte können außerdem die Nervenenden reizen.
  • Erhöhte Empfindlichkeit eines bereits gereizten Ohrs – Schuld kann eine trockene, ekzematöse oder anderweitig gereizte Haut im Gehörgang sein. Kälte und Wind verschlimmern die Situation, und nach längerer Zeit draußen in der Kälte können Ohrenschmerzen auftreten.
  • Druckveränderung im Mittelohr – Vielleicht sind Sie Allergiker oder es bahnt sich gerade ein Schnupfen an. Dadurch kann die Eustachische Röhre anschwellen, die das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum verbindet und für den Druckausgleich sorgt. Dann können Sie recht starke Schmerzen spüren, ein Druckgefühl im Ohr wahrnehmen oder gedämpft hören.
  • Ohrentzündung – Ohrenschmerzen bei Kälte oder Zugluft bedeuten noch nicht, dass der Wind in Kombination mit der Kälte die Entzündung im Ohr verursacht hat. Sehr wahrscheinlich war die Entzündung schon vorher da. Wenn Sie mit Schnupfen oder einer anderen Atemwegsinfektion kämpfen, kann sie sich bei kaltem Wetter voll bemerkbar machen. Wind und Kälte verstärken den Schmerz und erhöhen die Empfindlichkeit der Ohren.
  • Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen – Eine eigene Kategorie bilden Ohrenschmerzen durch Wind und Kälte nach dem Schwimmen. Gerade in den Wintermonaten ist Schwimmen für die Ohren sehr anstrengend. Kälte und Wärme wechseln sich ab, die Gefäße ziehen sich zusammen und weiten sich, und zusätzlich kann im Gehörgang nach dem Schwimmen Wasser zurückbleiben, was zu einer Gehörgangsentzündung (dem sogenannten Schwimmerohr) führen kann.

Schmerzen durch Wind oder Entzündung – wie unterscheidet man sie?

Woran erkennen Sie, dass es sich um „harmlose“ Ohrenschmerzen durch Empfindlichkeit handelt?

  • Wenn Sie Ohrenschmerzen nur bei Kälte oder Wind haben, diese aber in der warmen Wohnung und nach dem Aufwärmen nachlassen, haben Sie „nur“ empfindliche Ohren.
  • Wenn die Schmerzen auch in der Wärme anhalten oder sich sogar verschlimmern, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Gehörgangsentzündung oder eine Mittelohrentzündung.
TIPP: Wie erkennt man, um welche Ohrentzündung es sich handelt? Die Gehörgangsentzündung ist eine Entzündung des äußeren Ohrs und hängt meist mit Schwimmbadbesuchen oder falscher Ohrhygiene zusammen. Die Mittelohrentzündung tritt meist im Zusammenhang mit einer Infektion der oberen Atemwege auf.

Wie lindert man die Schmerzen zu Hause?

Ist es Ihnen schon passiert, dass Sie vom abendlichen Joggen oder Spaziergang nach Hause kamen und Ihnen die Ohren wehtaten? Das können klassische Ohrenschmerzen durch Zugluft sein, aber auch die bereits erwähnte Entzündung. Wenn Sie nicht gleich zum Arzt gehen möchten, probieren Sie diese Tipps:

  • Bleiben Sie im Warmen – Setzen Sie Ihre Ohren nicht Wind und Kälte aus und gehen Sie lieber nicht nach draußen. Wenn Sie einen Hund oder ein Kind haben, das hinaus muss, nehmen Sie unbedingt ein Stirnband oder eine Mütze mit.
  • Machen Sie einen Wickel – Legen Sie auf das schmerzende Ohr einen warmen, trockenen Wickel. Wir betonen: warm, nicht heiß. Warten Sie mit dem Wickel ein wenig, bis Sie sich nach der Rückkehr aus der Kälte aufgewärmt haben. Wärmen Sie das Ohr nur einige Minuten, ideal ist ein Handtuch oder ein Stofftuch.
  • Lindern Sie mit Medikamenten – Wenn die Schmerzen anhalten, können Sie gängige Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen ausprobieren. Natürlich nur, wenn Sie diese gewohnt sind und keine Gegenanzeigen bestehen. Kindern geben Sie die Dosis entsprechend ihrem Körpergewicht.
  • Machen Sie die Atemwege frei – Wenn Sie Schnupfen haben, behandeln Sie nicht nur die Ohrenschmerzen, sondern auch die verstopfte Nase. Beides hängt zusammen.
TIPP: Durch Kälte oder Wind kann sich das Ohr sogar verstopft anfühlen. Häufig hängt das wieder mit einem Schnupfen zusammen. Wir verraten Ihnen gerne, wie Sie ein verstopftes Ohr frei bekommen und was Sie auf keinen Fall tun sollten.

Versuchen Sie auf keinen Fall, das Ohr „freizustochern“ oder mit Wattestäbchen zu reinigen. Wir raten auch von Ohrentropfen ab, solange Sie sich über die Ursache der Schmerzen nicht sicher sind. Bei einem verletzten Trommelfell könnten Sie die Situation verschlimmern.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Es kann eine Situation eintreten, die Sie zu Hause nicht mehr lösen können. Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn:

  • die Ohrenschmerzen länger als 2–3 Tage anhalten,
  • Sie regelmäßig unter Ohrenschmerzen leiden,
  • sich Ihr Allgemeinzustand verschlechtert,
  • Sie Fieber haben,
  • Ausfluss aus dem Ohr auftritt,
  • Sie eine Schwellung um das Ohr bemerken,
  • sich Ihr Gehör verschlechtert.

Ohrenschmerzen durch Wind bei Kindern können ebenfalls „nur“ an einer empfindlichen Ohrmuschel liegen, bei Kindern sollten Sie aber noch vorsichtiger sein. Klagt Ihr Kind auch nach einer Weile im Warmen über Schmerzen, wenden Sie sich an einen Arzt.

Vorbeugung: Wie schützt man die Ohren vor Wind und Kälte?

Wenn Entzündungen immer wiederkehren oder Ihnen nach jedem Aufenthalt in der Kälte die Ohren wehtun, setzen Sie auf Vorbeugung. Vielleicht denken Sie, es reicht, eine Mütze oder ein Stirnband aufzusetzen. Ganz so einfach ist es aber nicht. Unter einer Wintermütze kann man bei höheren Temperaturen am Kopf schwitzen, und eine dünne Mütze schützt die Ohren bei starkem Wind nicht ausreichend. Auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit können Sie zusätzlich die Kapuze aufsetzen.

Wenn Sie jedoch eine langfristigere Lösung suchen, vor allem für den Sport – typischerweise Laufen, Radfahren, Skifahren, Langlauf oder Motorradfahren –, greifen Sie zu spezialisiertem Schutz. Das sind Ohrstöpsel gegen Wind und Kälte. Sie verringern den direkten Luftstrom in den Gehörgang. Wenn Sie empfindliche Ohren und vor allem empfindliche Gehörgänge haben, empfehlen wir daher, zusätzlich zum Stirnband Ohrstöpsel zu tragen. Empfindliche Ohren haben natürlich vor allem Kinder. Auch für sie können Ohrstöpsel gegen Wind und Kälte die ideale Lösung sein.

Ohrstöpsel gegen Wind gibt es meistens als Wachs- oder Silikonstöpsel. Oft lassen sie sich an Land und im Wasser verwenden, sogar zum Schlafen oder gegen Lärm. Multifunktionale Ohrstöpsel sind eine tolle Lösung, damit Sie nicht für jede Gelegenheit andere kaufen müssen. Ihre Nutzer schätzen vor allem, dass sie kaum ins Ohr eingreifen und nicht in den Gehörgang geschoben werden. Wachs- und Silikonstöpsel lassen sich außerdem genau nach Ihren Bedürfnissen formen. Sie sind ideal für Läufer und Radfahrer, die ihr Hobby auch in den Wintermonaten nicht aufgeben.

Formbare Silikon-Ohrstöpsel gegen Wind werden nicht in den Gehörgang gesteckt – eine gute Nachricht für alle, die bei klassischen Schaumstoffstöpseln den Druck im Gehörgang stört. Sie drücken den Stöpsel zusammen, formen ihn passend und drücken ihn sanft auf den Eingang des Gehörgangs. Sie halten mehrere Anwendungen; sobald Schmutz an ihnen haftet, sollten sie ersetzt werden. Ihr Vorteil ist das leichtere Einsetzen als bei Wachsstöpseln.

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Wachs-Ohrstöpsel gegen Kälte dichten hervorragend ab. Ihr größter Vorteil: Sie werden durch die Körperwärme weich und passen sich der Form des Gehörgangseingangs an. Nach etwa 10 Minuten, wenn sie sich im Ohr erwärmt haben, sollten Sie sie nachformen. Sie sind weich und bequem, manche stört aber, dass sie leicht fettig sind. Andere Kunden schätzen dagegen, dass sie die Ohren nicht so reizen wie Schaumstoffstöpsel.

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Wenn Ihnen das Formen von Wachs- oder Silikonstöpseln nicht zusagt, sind klassische Schaumstoffstöpsel für mehrere Anwendungen oder wiederverwendbare Ohrstöpsel aus festem Silikon eine weitere Möglichkeit. Auch sie helfen, den Gehörgang vor Wind zu schützen.

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TIPP: Wussten Sie, dass sich der Apotheker Maximilian Negwer, Gründer der Marke Ohropax, bei der Entwicklung seiner Ohrstöpsel im Jahr 1907 von Odysseus inspirieren ließ? Dieser verstopfte seinen Seeleuten die Ohren mit Bienenwachs, um sie vor dem Gesang der Sirenen zu schützen. Ohropax ist eine Mischung aus Watte, Vaseline und Paraffin, und die Zusammensetzung hat sich seit der Erfindung kaum verändert.

Wie bereits erwähnt, ist Schwimmen in den Wintermonaten für die Ohren besonders anstrengend. Denken Sie deshalb auch im Hallenbad an ihren Schutz (und natürlich auch beim Eisbaden im Freien). Fürs Wasser empfehlen wir Ohrstöpsel zum Schwimmen, die dank guter Abdichtung den Kontakt des Gehörgangs mit Wasser verringern und so das Entzündungsrisiko senken.

Ideal ist die Kombination mit einem Neopren-Stirnband zum Schwimmen. Es verhindert nicht nur, dass die Ohrstöpsel ungewollt herausfallen, sondern wärmt und schützt die Ohren zusätzlich. Wenn Sie in kaltem Wasser schwimmen, schützt das Stirnband auch die Ohrmuschel, die Ohrstöpsel nicht schützen können.

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Neben Läufern, Radfahrern und Skifahrern greifen auch Motorradfahrer zu Ohrstöpseln. Ohrstöpsel für Motorradfahrer schützen vor Wind, dämpfen aber auch den ermüdenden Lärm der Luftströmung um den Helm, ohne Sie von den Umgebungsgeräuschen abzuschneiden. Geeignete Ohrstöpsel können außerdem eine vorübergehende Hörminderung nach Fahrten mit hoher Geschwindigkeit verringern.

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Häufige Fragen

Welche rezeptfreien Medikamente helfen bei Ohrenschmerzen durch Wind?

Ohrenschmerzen nach einem Aufenthalt in Kälte oder Wind sollten im Warmen abklingen. Wenn sie nicht nachlassen, steckt wahrscheinlich eine Entzündung im Ohrbereich oder eine Atemwegsinfektion dahinter. Dann muss die Ursache geklärt und die passende Behandlung gewählt werden. Wenn Sie nur die Schmerzen lindern möchten, können Sie zu rezeptfreien Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol greifen.

Was hilft ohne Medikamente gegen Ohrenschmerzen nach Zugluft?

Bleiben Sie im Warmen und tragen Sie draußen ein Stirnband oder eine Mütze. Lassen Sie die Ohren nach der Rückkehr aus der Kälte an die Raumtemperatur gewöhnen und legen Sie dann einen warmen (nicht heißen) Wickel auf. Wenn Sie eher vorbeugen möchten, empfehlen wir Ohrstöpsel gegen Wind und Kälte in Kombination mit Mütze oder Stirnband.

Welcher Wickel hilft bei Ohrenschmerzen durch Wind?

Verwenden Sie einen warmen, nicht heißen, idealerweise trockenen Wickel. Es genügt, ihn ein paar Minuten auf das Ohr zu legen. Legen Sie ihn nicht direkt nach dem Heimkommen aus der Kälte auf, sondern wärmen Sie sich zuerst auf.

Wie geht man bei Kindern vor?

Ohrenschmerzen durch Wind behandeln wir bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen, nur mit mehr Vorsicht. Sorgen Sie zuerst dafür, dass das Kind im Warmen ist. Nach dem Aufwärmen auf Raumtemperatur legen Sie einen warmen Wickel auf das Ohr – niemals heiß, idealerweise trocken. Handelte es sich um eine Reaktion auf Kälte, klingen die Schmerzen ab. Andernfalls kann eine Gehörgangsentzündung, eine Mittelohrentzündung oder eine Infektion der oberen Atemwege dahinterstecken, und eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll.

Wie lindert man Ohrenschmerzen zu Hause schnell?

Wärmen Sie sich vor allem schrittweise auf. Sie können einen warmen (nicht heißen) Wickel ausprobieren, aber nicht direkt nach dem Heimkommen aus der Kälte. Gegebenenfalls helfen gängige rezeptfreie Schmerzmittel. Wenn sich der Zustand nicht bessert, gehen Sie zum Arzt.

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.