„Sprich leiser!“ Hyperakusis und Misophonie machen das Leben schwer – Tinnitus lässt sich vorbeugen

Das menschliche Ohr ist ein komplexes und erstaunliches Sinnesorgan. Es kann das leise Rauschen des Windes in den Blättern wahrnehmen und gleichzeitig ein lautes Rockkonzert aushalten. Wenn die Ohren aber nicht so funktionieren, wie sie sollen, wird es zum Problem. Überempfindlichkeit gegenüber Lärm oder ständiges Pfeifen in den Ohren können einen Menschen erschöpfen und sein seelisches Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen. Werfen wir einen genaueren Blick auf weniger bekannte „Ohrenleiden“.

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Bei Hörproblemen denken die meisten Menschen an Schwerhörigkeit. Es gibt jedoch Zustände, in denen die Ohren „zu gut“ oder anders funktionieren, als sie sollten. Störungen wie Hyperakusis, Misophonie oder Tinnitus beeinflussen nicht nur das Hören, sondern auch das seelische Wohlbefinden und die Fähigkeit, zu arbeiten oder sich zu erholen.

Hyperakusis oder „Hilfe, alles ist so laut!“

Eine erhöhte Geräuschempfindlichkeit, die sogenannte Hyperakusis, bedeutet, dass Sie gewöhnliche Umgebungsgeräusche, die andere ignorieren, als schmerzhaft oder unerträglich laut empfinden. Verschiedenen Studien zufolge betrifft sie in irgendeiner Form etwa 8–15 % der Erwachsenen.

Menschen mit Hyperakusis haben eine niedrigere Toleranzschwelle für Geräusche. Ursache können eine Schädigung des Gehörs durch Lärm oder eine Verletzung, langanhaltender Stress oder neurologische Probleme sein; häufig tritt sie zusammen mit Tinnitus auf. Bei hochsensiblen Personen (HSP) spricht man dann von einer akustischen Hypersensibilität, bei der das Gehirn Reize intensiver verarbeitet (mehr dazu im Artikel über sensorische Überlastung). Für diese Fälle sind moderne Hilfsmittel ideal, die den Klang nicht dämpfen, sondern nur „glätten“.

TIPP: Wenn Sie sich in einem lauten Büro oder auf der Straße konzentrieren müssen, probieren Sie Ohrstöpsel zum Dämpfen von Geräuschen (z. B. Flare Calmer), die scharfe Frequenzen abmildern, aber die Sprachverständlichkeit erhalten.

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Misophonie: „Beim Schmatzen fremder Leute werde ich verrückt.“

Bei Misophonie geht es nicht um Lautstärke, sondern um eine bestimmte Art von Geräusch. Schlürfen, Kugelschreiberklicken oder Atmen kann bei Betroffenen sofort Wut oder Angst auslösen. Diese selektive Geräuschintoleranz belastet oft soziale Beziehungen und das Familienleben.

Neben der kognitiven Verhaltenstherapie hilft bei Misophonie das sogenannte Maskieren von Geräuschen. Statt völliger Stille, in der ein störendes Geräusch noch stärker hervortritt, empfiehlt es sich, Geräte für weißes Rauschen oder entspannende Klangkulissen zu verwenden, die die auslösenden Geräusche überdecken helfen.

Tinnitus: Unaufhörliches Pfeifen in den Ohren

Tinnitus hat viele Ursachen, eine der häufigsten ist jedoch eine Schädigung des Gehörs durch Lärm. Schätzungen zufolge erleben ihn 10–15 % der Erwachsenen in irgendeiner Form. Pfeifen, Brummen oder Klingeln in den Ohren entsteht oft als Folge eines Knalltraumas (Konzert, Schuss) oder einer langfristigen Überlastung des Gehörs.

Lärmbedingtem Tinnitus lässt sich aber gut vorbeugen. Der Schlüssel ist Prävention – auf Veranstaltungen professionelle Musik-Ohrstöpsel verwenden und das Gehör bei der Arbeit mit Lärm über 80 dB schützen.

Wie beeinflussen diese Beschwerden den Schlaf?

Gerade in der Stille der Nacht sind die Symptome von Hyperakusis oder Tinnitus oft am schlimmsten. Jedes Knarren des Bodens kann einen empfindlichen Menschen wecken, während das Pfeifen in den Ohren das Einschlafen verhindert. Für diese Fälle empfehlen wir, Gehörschutz mit Entspannung zu kombinieren. Spezielle Kopfhörer zum Einschlafen ermöglichen es, beruhigende Maskierungsgeräusche bequem zu hören – auch in Seitenlage.

Otosklerose: Wenn das Ohr verknöchert

Wenn Sie einen allmählichen Hörverlust in Verbindung mit Tinnitus bemerken, kann es sich um eine Otosklerose handeln. Dabei handelt es sich um krankhafte Veränderungen des Knochengewebes im Mittelohr, die die Übertragung von Schallschwingungen behindern. Dieser Zustand erfordert eine fachärztliche Untersuchung beim HNO-Arzt; Lösung ist meist ein Hörgerät oder eine Operation (Stapesplastik). Suchen Sie daher bei den ersten Anzeichen einen Arzt auf.

Vernachlässigen Sie Ihr Gehör nicht!

Schützen Sie Ihre Ohren, bevor die ersten Probleme auftreten. Wählen Sie den richtigen Schutz danach, was Ihre Ohren am meisten belastet:

Wenn Sie unsicher sind, probieren Sie unser Earplugs Starter Pack und finden Sie das Modell, das Ihnen am besten passt.